3 Fragen an .... unseren neuen GSI-Präsidenten Prof. Ulrich Kelber

Erfahren Sie mehr zu den Plänen von unserem neuen, frisch-gewählten, GSI Präsidenten Prof. Ulrich Kelber.

Herr Prof. Kelber, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum GSI-Präsidenten! Vor welchen Herausforderungen sehen Sie das GSI als europäische Tagungs- und Bildungsstätte stehen?

Das Gustav-Stresemann-Institut ist gut aufgestellt, mit 2.000 Veranstaltungen und rund 50.000 Teilnehmenden pro Jahr. Herausforderungen sind u.a. unsichere öffentliche Zuschüsse für alle Bildungsträger, die Polarisierung in der Gesellschaft und Veränderungen durch Digitalisierung, Migration sowie demographischen Wandel. Von daher ist es richtig, dass wir uns einen Strategieprozess vorgenommen haben, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

Haben Sie spezielle Ziele für Ihre neues Amt?  Welche Akzente werden Sie setzen?

Unsere Mitglieder, unsere Mitarbeitenden und unsere Partnerorganisationen bieten eine extrem hohe Expertise, die wir für den Strategieprozess nutzen werden. Wir wollen uns noch stärker in der Region verankern und klarmachen, welchen Schatz das Rheinland mit dem GSI hat. Aber wir wollen auch über unsere Region hinaus wirken. Ein besonderer Akzent, den ich persönlich setzen möchte ist die Frage, welche Bedeutung die Digitalisierung für die politische Bildung hat, als Thema und als Instrument.

Sie sind Informatiker, waren Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und haben heute eine Professur im Bereich Datenethik. Welche gesellschaftlichen, politischen und sozialen Phänomene aus dem digitalen Raum sind für uns als Bürger*innen wie in der politischen Bildung besonders wichtig?

Der demokratische Diskurs findet im digitalen Raum anders statt, aus technischen Gründen aber auch wegen des großen Einflusses von Big Tech. Menschen können sich gezielter und kurzfristiger, aber auch vereinzelter und kurzatmiger engagieren. Wahrheiten entgleiten, wenn man Text, Bild/Video und Audio nicht mehr trauen kann. Wie begegnen wir dem und wie können Inhalte und Botschaften der politischen Bildung die Menschen in der digitalen Welt erreichen, egal ob sie sie suchen oder „at your fingertip“? Das sind schon wirklich Herausforderungen.