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Bundespräsident im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn

Dialog über die Bedeutung der politischen Bildung

Bonn, den 25.11.2025. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 21. November 2025 das GSI besucht und mit Expert*innen und Schüler*innen über die Herausforderungen der polirischen Bildung gesprochen. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde zunächst empfangen von Dr. h. c. Erik Bettermann, GSI-Präsident und ehemaliger Intendant der Deutschen Welle, dem geschäftsführendem Vorstand und Leiter des GSI Wilfried Klein, Dr. Christina Stresemann, Vorsitzende des Stiftungsrates der GSI Gustav-Stresemann-Stiftung, und von Johannes Finkelstein, GSI-Mitglied und Sohn des GSI-Gründers Berthold Finkelstein.

Der Bundespräsident trug sich ins Gästebuch des GSI ein mit den Worten „Ich danke von Herzen für die Einladung ins GSI und die großartige Arbeit, die an diesem Ort für die politische Kultur unseres Landes seit über 70 Jahren geleistet wird.“

„Es ist eine große Wertschätzung, die Sie uns mit Ihrem Besuch hier geben.“, erklärte Erik Bettermann und zitierte die Rede des Bundespräsidenten zum 9. November: „‘Stehen wir zusammen für die Selbstbehauptung von Demokratie und Menschlichkeit. Geben wir nicht und niemals preis, was uns ausmacht. Frieden, Demokratie und alle Dinge, die uns wichtig sind.‘“. Dieser Apell sei, so Erik Bettermann, gewissermaßen „die Didaktik“ mit der das GSI politische Bildung anbiete.

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte, es sei ihm „eine Freude und eine Ehre“ im GSI zu sein, einem „Ort mit großer Geschichte, der einen guten Klang in der politischen Landschaft hat.“ Denn: „Das Gustav-Stresemann-Institut ist ein Ort des überlegten Wortes, des ernsthaften Austausches.“ Der Bundespräsident beglückwünschte Präsidium und Mitglieder „für die Arbeit, die hier geleistet wurde.“

„Nie war politische Bildung wichtiger als jetzt im Augenblick“, stellte der Bundespräsident fest.  „Politische Bildung kann die Resilienz der Demokratie oder, wenn Sie so wollen, auch die Resilienz der Demokratinnen und Demokraten stärken. Sie kann zeigen, warum autoritäre Versuchungen, die im Augenblick hier anwachsen, keine Alternative für uns sein dürfen. Sie kann zeigen, dass wir mit Phasen und Perioden der Unsicherheit und der Komplexität umgehen können, ohne täglich erneut in Resignation zu verfallen. Und die politische Bildung kann zeigen, dass die Fähigkeit zum Kompromiss keine Schwäche der Demokratie ist, sondern ein Ausweis der Demokratie.“ Frank -Walter Steinmeier betonte die Notwendigkeit gerade „angesichts der Veränderungen in der Kommunikationslandschaft“, dass die politische Bildung dazu beitrage „die Räume zu öffnen für den politischen Austausch, für den politischen Dialog.“.

Während seines Besuchs sprach der Bundespräsident über die Erfahrungen im Einsatz für europäische Verständigung und Demokratie mit den Mitgliedern des gemeinnützigen Trägervereins und der GSI-Stiftung, neben Dr. h. c. Erik Bettermann, GSI-Präsident und ehemaliger Intendant der Deutschen Welle, unter anderem Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, und Karin Kortmann, parlamentarische Staatssekretärin a. D.

Erik Bettermann überreichte Bundespräsident Steinmeier auch das erste Exemplar des Finkelstein-Magazins, welches das GSI gemeinsam mit der Hans und Berthold Finkelstein Stiftung zum 100. Geburtstag des GSI-Gründers Berthold Finkelstein herausgegeben hat.

Im Anschluss an den Austausch mit den GSI-Mitgliedern zeigten Schüler*innen der Bonner Abendrealschule einzelne Szenen des GSI-Theaterprojektes „Bus des Lebens“, in dem sie ihre Erfahrungen als Flüchtlinge verarbeitet haben.  Das Stück wurde beim Schultheaterwettbewerb der Theatergemeinde Bonn mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Schüler*innen und Projektverantwortliche berichteten danach im Gespräch mit dem Bundespräsidenten, wie kulturelle Methoden erfolgreich bei der Integration helfen können.

„Der Besuch des Bundespräsidenten war für uns eine große Ehre.“, so der Leiter des GSI Wilfried Klein. „Damit wird die Bedeutung der politischen Bildung für unsere Gesellschaft, für den demokratischen Diskurs gewürdigt. Wir sehen heute, wie die Demokratie von außen und leider auch von innen angegriffen wird. Dagegen müssen wir uns entschieden und gemeinsam zur Wehr setzen. Das Staatsoberhaupt ist hier ein Vorbild für uns alle.“

Das Gustav-Stresemann-Institut wurde als Europäische Tagungshaus von Berthold Finkelstein aufgebaut, der als Sohn eines jüdischen Vaters im Nationalsozialismus Zwangsarbeit leisten musste und sich nach der Befreiung für internationale Verständigung einsetzte. Berthold Finkelstein gehört damit zur Gründergeneration, die die politischen Bildung nach 1945 aufgebaut hat. Sein Werk und seine Ideen werden im neu erschienenen Magazin „Finkelstein“ gewürdigt. 

Für das Gustav-Stresemann-Institut, das inzwischen auf eine über 70jährige Geschichte zurückblicken kann, war dies der zweite Besuch eines Bundespräsidenten. 1961 war Heinrich Lübke mit seiner Gattin Wilhelmine Lübke zu Gast im GSI, wo er sich mit jungen Führungskräften aus Afrika und Madagaskar austauschte, die im Rahmen einer Studienreise die Bundesrepublik besuchten.

 

Pressemitteilung

 

Bilder von:

© fotoyeh Bernadette  Yehdou Fotografie
© Bundesregierung/Guido Bergmann

 

 

 

 

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Stephanie Buchholz

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