Grenzen - Hindernisse, Herausforderung, Schutz?

08-10-2021 until 08-10-2021, Leipzig (Seminar number 4/65/21)

Das Gustav-Stresemann-Institut organisiert in Kooperation mit der WaldAkademie Machern drei Workshops. Diese sind als Pilotprojekt konzipiert, in dem der Einsatz von systemischer Biografiearbeit im Kontext der politischen Bildung erprobt wird.

2021 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum sechzigsten Mal. Ab dem 13. August 1961 wurde quer durch die Stadt eine Grenzanlage errichtet, die Familien und Freund*innen ab sofort voneinander trennte und zum Symbol der Ost-West- Konfrontation wurde. Von den Erbauern als „antifaschistischer Schutzwall“ gefeiert, war die Mauer für den Westen in den über 28 Jahren ihrer Existenz eine permanente Menschenrechtsverletzung.

Der Jahrestag ist Anlass über die Funktion von Grenzen nachzudenken. Grenzziehungen prägen das tägliche Leben. Einige erscheinen schlicht ärgerlich und überflüssig, andere schaffen Ordnung oder werden sogar bewusst gesetzt, um sich von Zumutungen abzugrenzen. Manche Grenzen bleiben auch dann noch im Bewusstsein verankert, wenn sie äußerlich schon lange nicht mehr sichtbar sind. Die persönlichen Biografien werden von Grenzerfahrungen in ganz unterschiedlicher Weise beeinflusst. Bis hin zu der existentiellen Bedrohung, die von Grenzen ausgehen kann: Viele Flüchtlinge begeben sich in Lebensgefahr, um Grenzen zu überwinden und ein freies, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. In der Europäischen Union schienen die Binnengrenzen schon der Vergangenheit anzugehören - bis die Corona-Pandemie wieder Grenzkontrollen und Einreiseverbote zwischen den EU- Staaten mit sich brachte.

Es gibt also viel Stoff – politische Erfahrungen wie persönliche Erlebnisse – für eine gemeinsame Reflektion und Bewertung. Welche Grenzen sind notwendig und akzeptabel? Wo müssen Grenzen abgeschafft oder durchlässiger gemacht werden? Wie können wir gesellschaftlich über Grenzen verhandeln ohne auszugrenzen?

Die Moderation übernehmen: Cornelia Stieler, WaldAkademie Machern, und Anna Hoff, systemische Beraterin

8. Oktober 2021
Seminar in Leipzig „Grenzen überwinden
Ort: Gemeindesaal der Nikolaikirche

Die Geschichte der innerdeutschen Grenze ist auch die Geschichte der „Republikflucht“.  Über hundert Menschen sind an der Grenze getötet worden. Schon der Fluchtversuch stand unter Strafe und konnte in der DDR mit bis zu acht Jahren Gefängnis geahndet werden. Das Leben der betroffenen und ihrer Familien wurde dadurch entscheidend geprägt. Wie wird dieser Abschnitt der deutschen Geschichte heute bewertet? Welche Spuren sind im kollektiven Gedächtnis vorhanden? Kann der Mut der „Republikflüchtlinge“ heute ein Beispiel geben? Was hilft, was behindert beim Grenzen-Überwinden? Sind die historischen Erfahrungen heute noch nutzbar? Diese Fragen bilden die Grundlage für gemeinsame Reflektion und biografische Dialoge.

Teil 1 der Reihe findet am 26.08.2021 als Online-Workshop statt:
Den Abschluss bildet eine Veranstaltung in Bonn am 25.10.2021:

Teilnahme:
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Grenzen wahrnehmen, überwinden, kennen, ignorieren, besprechen. Egal ob Ihr Interesse grundsätzlich, kulturell, poliitsch oder biographisch ist, Sie sind herzlich eingeladen, an dem Workshop teilzunehmen.
Wir bitten um verbindliche Anmeldung - auch im Hinblick auf den verantwortlichen Umgang mit Ressourcen.

Tagungssekretariat GSI - Frau Cordula Benfarji

Phone: +49 228.8107-172
E-mail: c.benfarji(at)gsi-bonn.de

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Tagungssekretariat GSI

Contact: Cordula Benfarji

Tel.: +49 228.8107-172
Fax: +49 228.8107-111

Email: c.benfarji(at)gsi-bonn.de

Tagungssekretariat GSI

Ariane Limbach

Contact: Ariane Limbach

Tel.: +49 228.8107-180
Fax: +49 228.8107-111

Email: ar.limbach(at)gsi-bonn.de