Republik zwischen Ruhrkampf und Rentenmark - Gustav Stresemann, Hyperinflation und die Rettung der Demokratie
Zweiteilige Veranstaltung am 13. und 14. September 2023 im GSI
Am ersten Tag wurden die Alltagserfahrungen der Menschen 1923 mit der Hyperinflation in den Mittelpunkt gerückt. Schüler*innen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums in Bad Wildungen arbeiteten anhand von Originaltexten aus der Zeit die Betroffenheit der verschiedenen Personengruppen heraus. Am zweiten Tag ging es um die multiplen Krisen 1923, neben der Hyperinflation also um Ruhrkampf, Separatismus, Extremismus und demokratischer Instabilität und die Rolle von Gustav Stresemann, dem Kanzler im September 1923. In Vorträgen von Dr. Andreas Braune (Universität Jena) und Frank Stocker (Journalist und Buchautor) wurde der historische Kontext hergestellt.
Vorträge und Reden
Dr. Andreas Braune
Dr. Andreas Braune, Institut für Politikwissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena, behandelt in seiner Rede das Krisenjahr 1923 und Gustav Stresemanns entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der Weimarer Republik. Stresemann meisterte Herausforderungen wie die Ruhrbesetzung, Hyperinflation, politische Aufstände und Putschversuche. Mit der Einführung der Rentenmark und kluger Krisenpolitik bewahrte er die Demokratie. Trotz struktureller Schwächen zeigte die Republik ihre Widerstandskraft, unterstützt durch Stresemanns und Eberts besonnene Führung.
Dr. Guido Hitze
Dr. Guido Hitze, Leiter der Landeszentrale für Politische Bildung NRW, stellt in seinem Vortrag die Parallelen und Unterschiede zwischen den Krisenzeiten von 1923 und der heutigen Zeit heraus. Er beleuchtet historische Ereignisse wie Hyperinflation, politische Instabilität und gesellschaftliche Polarisierung in der Weimarer Republik. Dabei wird der Fokus darauf gelegt, welche Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden können, insbesondere im Hinblick auf die Bewältigung von Krisen in der Demokratie.
Podiumsdiskussion
Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion waren Munirae Gharevi-Kox, Caritas Bonn, Dr. Guido Hitze, Landeszentrale für Politische Bildung NRW und Dr. Thieß Petersen, Bertelsmann Stiftung unter der Moderation von Daniel Weber, Gustav-Stresemann-Institut und unter Einbezug der Fragen aus dem Publikum.
Die Podiumsdiskussion drehte sich um die Frage, wie Inflation und Demokratie zusammenhängen, mit einem Fokus auf historischen Parallelen und aktuellen Herausforderungen. Die Expert*innen beleuchteten, wie soziale und wirtschaftliche Spannungen durch steigende Preise zu politischen Polarisierungen führen können und welche Maßnahmen – von sozialen Sicherungssystemen bis zu gezielter Steuerpolitik – helfen könnten.