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Politische Bildung

100 Jahre Friedensnobelpreis

für Aristide Briand und Gustav Stresemann: 
Impulse für die Außenpolitik des 21. Jahrhunderts

Ein Jubiläumsjahr für Frieden, Verständigung und europäische Zusammenarbeit
 
Friedensnobelpreis Urkunde Stresemann

 

Vor 100 Jahren, im Dezember 1926, wurden der französische Außenminister Aristide Briand und sein deutscher Amtskollege Gustav Stresemann mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Ehrung würdigte ihren mutigen Einsatz für die deutschfranzösische Verständigung und ihren Beitrag zu einem friedlicheren Europa nach den verheerenden Erfahrungen des Ersten Weltkriegs.

Wir nehmen das Jubiläumsjahr zum Anlass, in einer Veranstaltungsreihe zentrale Fragen europäischer und internationaler Politik zu diskutieren: Wie kann Frieden heute gelingen?

Hier erfahren Sie mehr über die Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr sowie Hintergrundinformationen zum Friedensnobelpreis. Alle Veranstaltungen, falls nicht anders erwähnt, finden bei uns im Gustav-Stresemann-Institut statt. 

Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit.

Friedensnobelpreis für Gustav Stresemann und Aristide Briand

Im Ersten Weltkrieg wurden in den Jahren 1914-1918 rund 17 Millionen Menschen getötet, blühende Landschaften verwüstet, Dörfer und Städte zerstört. Insbesondere zwischen dem Deutschen Reich und der Französischen Republik herrschte eine erbitterte Feindschaft. In der Folgezeit wuchs jedoch in der Mitte Europas das Interesse, gemeinsam eine bessere, friedlichere Zukunft zu entwickeln. 

Deshalb wurde 1925 in Locarno eine neue Friedensordnung verhandelt und vereinbart. Dazu gehörten nicht nur Sicherheitsgarantien und der Verzicht auf gewaltsame Grenzänderungen, sondern auch die Verpflichtung zu ziviler Konfliktlösung. Eine Schlüsselrolle bei den Gesprächen übernahmen der deutsche Außenminister Gustav Stresemann (1878-1929) und sein französischer Amtskollege Aristide Briand (1862-1932), die für ihre Leistung 1926 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Fridtjof Nansen, Nobelpreisträger und Diplomat, formulierte es in seiner Laudatio so: „Briand wie Stresemann haben zu recht betont, dass zwar jeder Bürger zunächst ein loyaler Bürger des eigenen Staates sein sollte – ein guter Franzose, ein guter Deutscher, ein guter Brite – zugleich aber auch ein guter Europäer, der mit den anderen Europäern die großen Ideale der Europäischen Zivilisation teilt, die im letzten Krieg so grundlegend bedroht wurden. (..) Sie schritten furchtlos voran in der Überzeugung, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hatten.“  

Dadurch wurde die Grundlage für eine deutsch-französische Verständigung gelegt, die nach dem Zweiten Weltkrieg durch Konrad Adenauer und Charles de Gaulle wiederbelebt werden konnte; 1963 bekräftigte der Élysée-Vertrag die französisch-deutsche Versöhnung. Heute verbindet beide Länder ein enges Geflecht an gemeinsamen Initiativen, Projekten und Verträgen. Auch in der Europäischen Union gehen von der deutsch-französische Achse immer wieder wesentliche Impulse für die europäische Integration aus.

Informationsmaterial
Reden (wir) über 100 Jahre Friedensnobelpreis

Renommierte Persönlichkeiten aus der Bundespolitik setzen sich vor dem Hintergrund der Herausforderungen europäischer Friedens- und Sicherheitspolitik mit der Bedeutung des Friedensnobelpreises auseinander.

Alle Informationen, Daten und Referenten sowie Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier:

Reden (wir) über Frieden!

Jubiläums Veranstaltungsreihe

November

im GSI

Präsentation und Übergabe des Sonderpostwertzeichen „100 Jahre Friedensnobelpreis für Gustav Stresemann und Aristide Briand“ durch das Bundesministerium der Finanzen

Festakt des Gustav-Stresemann-Instituts

Die Teilnahme ist nur auf persönliche Einladung möglich. In Frankreich wird parallel ebenfalls eine Briefmarke zum Jubiläum erscheinen.

Dezember

Uni Bonn

Die jährlich stattfindende Stresemann Lecture erinnert seit 2018 an das politische Vermächtnis Gustav Stresemanns und seine Verdienste um die europäische Verständigung.

Stresemann Lecture 2026

2026 jährt sich die Nobelpreisverleihung zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wird ein besonderes Augenmerk auf Aristide Briand, seine Persönlichkeit und sein Wirken für die deutsch-französischen Beziehungen geworfen.

Vergangene Veranstaltungen

Finden Sie hier die Dokumentation und Informationen rückblickend zu den Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr.