Internationale Jugendbegegnung und politische Bildung zwischen "Kalter Krieg" und "multipolarer Weltordnung"

Ein Symposium zu Ehren von Dr. h.c. Erik Bettermann

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Politische Bildung

„In den Anfängen ging es darum, unsere Nachbarländer kennenzulernen. Heute gilt es, die Demokratie zu schützen.“

Internationale Jugendbegegnungen stehen als ein Instrument zur Verfügung, um über die reale, analoge Begegnung Verständigung zu erreichen, die die Welt der digitalen Blasen nicht mehr leisten kann. 

Aber kann die Internationale Jugendbegegnung das überhaupt leisten? Und hat sie das in der Vergangenheit überhaupt geleistet? Was hat Jugendbegegnung ausgemacht? Welche Rolle hat „Europa“ dabei gespielt? Hat Begegnung tatsächlich die politische Handlungsfähigkeit gestärkt? Wie kann sie nun in einer diversen und zunehmend digitalisierten Welt aussehen und wirken? Und was soll sie überhaupt bewirken? Schließlich – wie müssen die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen aussehen, damit sie das leisten kann?

Diese und andere Fragen wollen wir im Rahmen des Symposiums, das wir zu Ehren von Erik Bettermann anlässlich seines Ausscheidens nach 36 Jahren Mitgliedschaft in Vorstand und Präsidium des Gustav-Stresemann-Instituts durchführen, aufgreifen.

Dr. h.c. Erik Bettermann, November 2025
Veranstaltungsinformationen

Wann:
Montag, 11. Mai 2026
13:00 bis 18:00 Uhr

Wo: 
Gustav-Stresemann-Institut e.V.
Langer Grabenweg 68
53175 Bonn

Weitere Informationen zum Programm:

Im Anschluss an das Symposium laden wir zu einem Empfang.
Die Teilnahme ist kostenlos. Das genaue Programm wird nach Anmeldung zugeschickt.

Anmeldung

Hier haben Sie die Möglichkeit sich direkt für die Veranstaltung anzumelden:

Bettermann-Symposium

 

Es diskutieren mit…
 
  • Klaus Waldmann, Berlin
  • Dr. Susanne Rappe-Weber, Leiterin Archiv der Deutschen Jugendbewegung
  • Maria Daldrup, Leiterin Archiv der Arbeiterjugendbewegung
  • Klaus Schäfer, ehemaliger Staatssekretär im Jugendministerium NRW
  • Konrad „Konny“ Gilges, ehemaliger Vorsitzender des Bundesjugendrings
  • Erik Bettermann, ehemaliger Bundesgeschäftsführer des Bundesjugendrings
  • Dr. Anne-Christine Hamel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora
  • Mareike Ketelaar, IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
  • Prof. Andreas Thimmel, TH Köln
  • Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., ehemalige Bundesvorsitzende des Bundes der deutschen Katholischen Jugend
  • Ute Lange, Bonn
  • Prof. Friedhelm Boll, Bonn
  • Marei Schmoliner, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW

     
Themen unserer Referenten sind unter anderem:
 

Prof. Friedhelm Boll: Vortrag zur ersten Jugendbegegnungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit: „Internationale Jugendbegegnung von der Besatzungszeit bis in die 1950er Jahr Das Beispiel der britischen Besatzungszone.“

Mareike Ketelaar, IJAB: Jugendbegegnung und „democratic youth work“ 

Marei Schmoliner, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW: Vorstellungen des Landesjugendrings zur Rolle der internationalen Jugendbegegnung bei der Stärkung des europäischen Gedankens und der Demokratie 

Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei: Grußwort zur Veranstaltung für das Bundesland Nordrhein-Westfalen

Dr. Susanne Rappe-Weber, Leiterin Archiv der Deutschen Jugendbewegung: „Europa als Sehnsuchtsort. Perspektiven für Jugendbünde nach 1945“

Maria Daldrup, Leiterin Archiv der Arbeiterjugendbewegung: „>We, Falcons!< Internationale Begegnungen im Falkenstaat „Junges Europa“ (1952)“

Dr. Anne-Christine Hamel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora: „Wandel durch Begegnung. Das Beispiel djo“
 

Warum dieses Symposium?

Als er Anfang der 60er Jahre das erste Mal Frankreich besuchte, warnte ihn sein Vater noch vor dem „Erzfeind“. Wenige Jahre später organisierte er selber Jugendbegegnungen ins westeuropäische Ausland, nutzte seine Funktionen zur Stärkung des Dialoges mit Jugendlichen aus Osteuropa, setzte sich für die Gründung eines europäischen Jugendwerks ein wie auch für die Intensivierung der Kontakte nach Israel und in die USA: So wie Erik Bettermann engagierten sich viele Jugendliche im Westeuropa der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts für die internationale Jugendbegegnung und leisteten dabei einen wirksamen Beitrag zur Verständigung über Systemgrenzen hinweg und zur Überwindung nationaler Feindschaften.

Diese aktive Jugendbegegnung war den einen zu (partei-)politisch, den anderen zu wenig (kapitalismus-)kritisch war. Die einen pochten auf Autonomie, die anderen auf gesellschaftspolitische Verantwortung. In jedem Fall war sie Gegenstand politischer Kontroversen inner- und außerhalb der Jugendverbände.

Nach dem Ende des Kalten Krieges schien die Jugendbegegnung ihren politischen Charakter verloren zu haben, zumal das „Ende der Geschichte“ ausgerufen wurde. Seit 25 Jahren hat sich aber eine Weltordnung herausgebildet, die gepaart mit dem Erstarken illiberaler Demokratiemodelle postmoderne Selbstgewissheiten erschüttert hat. Das Nebeneinander von Diversität und Abschottung belasten zivile Gesellschaften und multilaterale Systeme gleichermaßen. Die Unübersichtlichkeiten durch scheinbar unbegrenzte Datenströme und das Vermischen von realen und künstlichen Welten leisten ihr Übriges.

 

Zum Hintergrund

Erik Bettermann war von 1989 bis 2025 ununterbrochen Mitglied im Vorstand bzw. Präsidium des Gustav-Stresemann- Instituts, davon 17 Jahre Vorsitzender bzw. Präsident bis 2025. Er ist am 8. Mai 1944 geboren. Das GSI ist hervorgegangen aus dem deutschen Sekretariat der Europäischen Jugendkampagne, die von 1951 bis 1958 durchgeführt wurde. Jugendbegegnung begleitet die Arbeit des GSI damit von Beginn an und findet jetzt vor allem im Rahmen des deutsch-französischen Jugendaustausches statt. 


Die GSI Gustav-Stresemann-Stiftung wurde vom Verein Gustav-Stresemann-Institut e.V. gegründet, um übernationale Bildung und internationale Zusammenarbeit zu fördern